Gold In - Gold Out!
Fünf Schritte zum entspannten Sprint Planning
Der Spruch „Gold In – Gold Out!“ gilt auch für Sprints. Der Sprint ist das Herzstück von Scrum. Doch was braucht es, damit der Sprint gelingt und die Items im Backlog bereit sind, vom Team gepulled zu werden?
Hierzu ist der Scrum Guide überraschend dünn oder „purposefully incomplete“. Einige Teams arbeiten mit einer „Definition of Ready“ (DoR), die eisern eingesetzt werden kann, was zu einem Denken in „ihr“ / „wir“ führt, z.B. zwischen Developern und Product Owner oder Scrum Team und Stakeholder – also genau das Gegenteil von dem, was wir möchten und brauchen, um schnell und kollaborativ in komplexen Umgebungen etwas fertigzustellen.
Was sind die fünf Schritte?
Am Anfang war die Idee...
Du hast eine Idee. Top! Egal, ob als Product Owner, Stakeholder oder Developer, bringe sie erstmal zu „Papier“ oder in eine digitale Form, die dir und der Arbeitsweise des Teams entspricht.
Nun geht es darum, was als Erstes umgesetzt wird. Priorisierung ist nicht low, medium, high mit mehreren Items auf dem gleichen Prio-Level, sondern 1 – n in einer Liste, um Klarheit zu schaffen, Fokus zu halten und parallele Arbeit so weit wie möglich zu reduzieren.
Wenn ein Thema als spannend aussieht, ist es gut, die eigene Annahme durch Mikro-Experimente zu verifizieren. Können wir schnell, mit wenig Aufwand und valide sehen, ob die Hypothese, dass etwas wertvoll ist, stimmt – oder sagen Customer und User „ganz nett“ und wir sehen früh, dass Investment und Return-on-Invest in keinem guten Verhältnis stehen?
Nach der Priorisierung geht es zur Preparation. Das ist die Vorbereitung eines Features, Epics oder wie es bei euch heißt, um mit Expertise die Benefits zu erfassen – im Gespräch mit den Stakeholdern, zu verstehen, in welchem Kontext wir unterwegs sind, welche Constraints vorhanden sind, ob es Themen bei der Compliance gibt und wie eine Lösung aussehen kann.
Anschließend geht es ins Refinement, wobei das ein Wechselspiel mit der Preparation ist und die Dinge so lange besprochen werden, bis die Ungewissheit auf ein Level zurückgegangen ist, das eine Realisierung innerhalb eines Sprints – und damit das Ausliefern eines Inkrements – sehr wahrscheinlich macht.
Alles bis ins Letzte zu spezifizieren widerspricht dem Geist der Agilität, das Sprint Planning wird obsolet und es ist zu viel Zeit und Energie hineingeflossen. Das Backlog Refinement ist auf das Pareto-Prinzip – auch 80-20-Prinzip genannt – ausgelegt. Sobald eine ungefähre Vorstellung vorhanden ist, was es braucht, damit Conditions of Satisfaction oder Acceptance Criteria formuliert werden können und das Item klein genug für den Sprint ist, ist es gut genug.
Damit bist du für das Sprint Planning gut ausgestattet. Die Items sind verstanden und klein, die Umsetzung kann angegangen werden und die Wahrscheinlichkeit, dass Gespräche vom „Wie“ handeln und weniger von Grundsatzdiskussionen geprägt sind, ist hoch.